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NINA MIELCARCZYK

Tomorrow, Tomorrow and Tomorrow

Jack Burton, Michael Günzer, Galamb Thorday

19.9. – 10.10.2026

Unsere Galerie freut sich ihnen die Gruppenausstellung “TOMORROW, TOMORROW, AND TOMORROW” präsentieren zu könnnen, in der die Künstler*innen Jack Burton, Michael Günzer und Galamb Thorday vertreten sind. Das Zusammenspiel der versammelten, interdisziplinären Arbeiten speist sich dabei aus Fragen und Phänomenen des alltäglichen Lebens: ansteigende soziale Isolation und schwindende Aufmerksamkeitspannen, Fragen nach Luxus und Spiritualitäten und noch allgemeiner vielleicht: das Außergewöhnliche im Gewöhnlichen wiederzufinden.

Die Perspektiven der verschiedenen Positionen ergänzen und kontrastieren sich dabei — eher auf eine große Kohärenz verweisend, anstatt sie vergeblich nachzubilden versuchen. Vertraute Gegenstände und Körper bilden eine lose Grundlage. Aus ihr werden sie herausgelöst und mithilfe verschiedenster Methoden bearbeitet, um immer wieder anders in Erscheinung zu treten. Beispielsweise begreift Günzer in den papiernen Profilserien seine Subjekte ganz anders als bei Thorday, deren Leinwände verschwommene Sehnsüchte von Konsumgütern und Genußabsichten bündeln. Der Exzess schmiegt sich als Kontrapunkt an die eher verdrossenen dreinblickenden Reproduktionen von Profilen bei Günzer. Burton hingegen hat die Gesichter ganz hinter sich gelassen und erforscht die Zusammenhänge zwischen Menschen und Umgebungen. Dabei steht der Bezug der Arbeiten aufeinander im Vordergrund, ihre Aufladung mit menschlicher Präsenz, anstatt des vereinzelten Objekts selbst. Die Fotografien und Objektkunst sind Zwischenergebnisse einer poetisch suchenden Blicks auf vermeintlich alltägliche Momente, die von Burton als Unterbrechungen — kleine Inzisionen in der Welt der Vernunft — inszeniert werden.

Arbeiten, wie beispielsweise die eigens für die Ausstellung gebaute Ladenfront, befragen ohne jede Didaktik die Lebenswelten, in denen die Menschen ihre fuzzy drinks trinken, im Schlammbad relaxen oder Hypnosetherapie machen; die Umstände eben, die das moderne Antlitz formen. Diese fortwährende (Um-)Formung der Menschen und ihrer Milieus bildet eine der Brücken zwischen den drei Positionen. Dies findet sich einerseits in den Prozessen wieder: wenn Günzer zum Beispiel für seine vielteiligen Serien wieder und wieder die gleiche Vorlage in Öl zwischen Papierbögen aufträgt, um dann die Farbe wieder abzuziehen — ein gleichzeitiges Auf- und Abtragen der Farbflächen — starren uns die unähnlichen Kopien fragend an, gefangen in einer harmonischen Unruhe, als wollten sie wissen: “Wie konnte es nur soweit kommen?” In Anbetracht dieser Brücke, stellt sich — andererseits — die Frage der Selektion, nach der Auswahl der Kriterien, nach denen die Umformung vonstattengeht: Ist es möglich neue, gerechtere Zusammenhänge zu schaffen? Die flamboyante Misere hinter den Wellen und Sternen, leeren Papierstößen, austauschbaren Ladenfronten und unempfänglichen Mienen zurückzulassen; eine poetische Rekombination zu finden, in der alles gewöhnlich, oder nichts außergewöhnlich sein darf.

“Tomorrow, and tomorrow, and tomorrow” (Macbeth) by William Shakespeare

Tomorrow, and tomorrow, and tomorrow,

Creeps in this petty pace from day to day,

To the last syllable of recorded time;

And all our yesterdays have lighted fools

The way to dusty death. Out, out, brief candle!

Life‘s but a walking shadow, a poor player,

That struts and frets his hour upon the stage,

And then is heard no more. It is a tale

Told by an idiot, full of sound and fury,

Signifying nothing.

Galamb Thorday, in the hands of experts, 2026, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
Michael Günzer, hafti_35, 2026, Öl, Ölkreide, Buntstift auf Papier, 29,7 x 21 cm
Jack Burton, Polyvalence, 2026, Analoger Schwarz-Weiß-Abzug , Acryl, 30 x 40 cm